gesundheit

Therapie und Gedanken

Am Donnerstag war ich nun wieder bei meiner Therapiesitzung.

Ich habe sie auch direkt darauf angesprochen, weshalb ich mich in letzter Zeit wieder so komisch fühle. Die Sache mit meiner Family natürlich auch. Hatte ich ja, in diesen beiden Beiträgen hier und hier  etwas drüber geschrieben. Wie ich bereits vermutet hatte, sind es wieder meine Gedanken und ich habe mich wohl wieder nicht verständlich genug ausgedrückt.

Soll also heißen:

Sie meint, dass es mir schlechter geht, hängt mit der Arbeit zusammen. Also das der Blog aufgeflogen ist. Ich mache mir wohl, wenn auch unbewusst mehr Gedanken darüber, als ich es dachte. Eben was die Leute sagen, was der Chef wohl meint und so Sachen eben. Wie gesagt, es ist mir gar nicht so bewusst. Ich habe nur gemerkt, dass es mir plötzlich wieder schlechter ging. Schlechte Laune, Gereiztheit, Lust auf gar nichts – ihr kennt das 😊 Das typische Phänomen bei diesen Krankheiten. Einen Tag kann man Bäume ausreißen und am anderen Tag, will man sich nur verkriechen. Wieso mache ich mir aber Gedanken darüber? Soll mir doch eigentlich egal sein, ob der Blog aufgeflogen ist oder nicht. Es ist ja nun im Netz und da muss man damit rechnen. Die Therapeutin meinte auch, dass es vielleicht besser gewesen wäre, nur Tagebuch zu schreiben.

Da habe ich dann aber gleich eingeworfen,

dass ich dann die vielen netten Menschen nicht kennengelernt hätte.😘💓Denn diese Menschen, die ähnliches durch machen, verstehen mich. Mit ihnen kann ich mich austauschen und das hilft mir ungemein. Da musste sie mir dann recht geben. Es gibt ja nun eben Menschen, die mit dem Internet nicht viel am Hut haben und dem ganzen Öffentlichen nicht viel abgewinnen können. Ich für meinen Teil, bin froh das ich das gemacht habe. Sonst würde ich glaube ich einsam und unverstanden verrotten. Ja klar klingt das hart und hört sich auch so an, als hätten meine Leute überhaupt kein Verständnis. Doch, haben sie schon bis zu einem gewissen Punkt. Sie können sich aber nicht in meine Lage versetzen. Mich verstehen, auch wenn sie wissen was mir alles passiert ist, ist sehr schwer. Denn niemand kann deine Gedanken sehen und meistens ist man nun damit alleine, weil man auf Dauer keinen nerven will.

Ich weiß ja nicht wie das bei euch so ist.

Wie die Menschen in eurem Umfeld so sind und ob sie es verstehen. Ich habe halt die Erfahrung gemacht, dass Menschen die noch nie damit zu tun hatten, direkt oder indirekt einen nicht verstehen oder sehr schwer. Das ist vielleicht auch in den Hirnen so eingebrannt. Wenn man psychische Erkrankungen hat, wird man abgestempelt als Psycho. Man weiß ja nicht genau wie andere einen sehen. Vielleicht denken die auch nur, ist die jetzt irre? Dreht sie durch, gehört sie in eine Zwangsjacke und eben solche Sachen. Mir ging es früher ja nicht anders, weil man es nicht kennt und jemanden mit psychischen Erkrankungen sieht man in einer Zwangsjacke vor Augen.

So ist es aber nicht.

Wir sind, ich sag jetzt mal normale Menschen, die gewisse Dinge einfach zu lang hingenommen haben, zu viel mit sich machen lassen haben. Menschen, die Dinge erlebt haben, die man nicht erleben sollte. Menschen die jetzt, nach zig Jahren mit Ängsten und anderen Gefühlen konfrontiert werden, die sie jahrelang nicht wahrhaben wollten. Es nicht zugeben wollten, weil es ja nicht „normal“ ist. Nie über diese Probleme geredet haben beziehungsweise, sich nie mit dem Erlebten auseinandergesetzt haben.

Ich kann immer nur von mir reden. Aber ich habe immer alles verdrängt und weit weggeschoben. Mein Erlebtes nie verarbeitet (wenn ihr Euch erinnert, wusste bis vor kurzem nicht mal mein Mann alles). Wenn man sich dann noch in jungen Jahren falsches Denken aneignet, wird das Ganze noch ein wenig komplizierter. Warum das natürlich bei einigen nach so vielen Jahren erst passiert, kann ich auch nicht sagen. Meine Therapeutin sagt ja, ab 35 – 40 hat man die Reife, um sich mit dem ganzen Mist auseinanderzusetzen. Ich nehme das mal so hin, da es bei mir ja so war. Wenn ich so drüber nachdenke, ich war 11 Jahre als ich bewusst wahrgenommen habe, dass in meinem Leben so einiges schiefläuft. Ich bin jetzt 41, dass sind 30 Jahre.

Nun will ich nicht sagen, dass alles direkt sch**** war.

Das falsche Denken aber, hat aus mir einen anderen Menschen gemacht. Und das zu ändern, wenn du ja so aufgewachsen bist, ist gar nicht so einfach. Fast jeden Tag muss ich mich meinen Ängsten stellen und mich mit meinen Gedanken auseinandersetzen. Heute wieder so ein Beispiel: Irgendwann am Abend habe ich die Mäuse in ihre Zimmer gescheucht, weil ich mich ne halbe Stunde aufs Ohr hauen wollte. – Wir haben ein neues Projekt im Garten und ich war fix und fertig.- Der erste Gedanke von mir: „Hey wieder ein Fortschritt.“ Sonst habe ich ja immer Rücksicht genommen. Kurz danach kam aber der Gedanke: „Ob sie jetzt sauer sind, weil ich sie hochgescheucht habe?“ Natürlich waren sie nicht sauer, aber auf einen positiven Gedanken folgen immer negative Gedanken. Und das muss ich abstellen.

Ich muss es hinnehmen und mich einfach darüber freuen.

Wie ihr aber seht, funktioniert das noch nicht so wirklich. Wir haben ja am Donnerstag auch wieder eine Übung gemacht. Ich weiß nicht, ob sie jemand kennt. Aber ich sollte mich auf eine Sache konzentrieren, die mich beschäftigt oder sauer gemacht hat und dabei sollte ich ihrer Hand folgen, die sie zügig immer von rechts nach links bewegt hat. Klingt komisch, funktioniert aber. Beim ersten Mal nicht gleich, aber beim zweiten Mal fingen die bösen Gedanken an zu verschwimmen. Beim dritten Mal war der Gedanke gar nicht mehr da. Klar, es kam dann ein neuer Gedanke hoch.

Warum sollte es auch so einfach sein und es sind gleich mal alle negativen Gedanken weg. 😊

Auch wenn ich mich wiederhole,

aber ich muss es nochmal sagen, vor allem den Menschen die vielleicht noch mit sich hadern. Wenn das Leben nicht mehr so spielt, wie ihr es gerne hättet. Ihr Dinge erlebt habt, die ihr nicht verarbeitet habt. Der Alltag euch immer schwerer fällt. Ihr alles nicht mehr genießen könnt und nicht mehr glücklich seid – sucht euch einen Therapeuten! Ich hätte nie gedacht, dass solche Worte mal aus meinem Mund kommen, aber es ist das einzig Richtige.

Denn von alleine kommt man aus diesem Kreislauf nicht mehr raus. Schlafprobleme, ständiges wach sein und ewig nicht einschlafen können. Zu der meisten Zeit des Tages schlechte Laune haben, gereizt sein, nicht mehr abschalten können. Akute Unlust auf alles und jeden, Rückzug von Freunden, man will nur noch zu Hause sein. Es gibt noch so viel mehr.

Wenn ihr mal testen wollt, ob bei Euch was nicht stimmt,

habe ich hier einen Tipp für euch. Nehmt euch einfach mal ein paar Tage frei und tut einfach mal gar nichts! Also, ich rede hier wirklich nur vom nötigsten. Also nicht putzen, nicht kochen, eben gar nichts. Nach diesen Tagen, achtet ihr darauf wie ihr euch fühlt. Habt ihr Bock auf die Arbeit oder schleppt ihr euch nur so dahin und hofft schon wieder auf den nächsten Urlaub? Wie fühlt ihr euch sonst?

Sollte sich nichts groß verändert haben, macht ihr das Ganze nochmal nach 6- 8 Wochen. Einfach nichts tun! Wenn sich danach nichts verändert hat, ist das toll. Aber wenn doch, dann solltet ihr einen Arzt aufsuchen. Das passt jetzt nicht auf jeden und wie gesagt jeder hat nen anderen Auslöser. So war es aber bei mir. Wäre ich damals nicht zur Ruhe gekommen würde ich noch immer funktionieren, denke ich.

Ich wurde aber gebremst,

gezwungen mich zu entspannen und das war mein Auslöser. Einige denken jetzt vielleicht, ach wurde sie doch bloß nicht gebremst. Ja mag sein, aber so habe ich die Chance, mein Leben und meine Gedanken so in den Griff zu kriegen, wie ich es will und nicht wie ich denke, das andere es wollen.

Es ist schließlich mein Leben und ich will lernen es zu genießen und wieder glücklich zu sein.

Viele Leute können sich ja gar nicht mehr entspannen. Ich kenne Leute, denen würde ich das echt gern mal empfehlen. Die sind nämlich auch immer im Stress und ich denke mir immer, wenn die mal zur Ruhe gezwungen werden, kommen die auch nicht mehr klar. Es ist einfach irgendwann alles zu viel. Der Körper warnt einen ja, aber man sieht es nicht. Irgendwann bricht leider aber auch, der stärkste Mensch zusammen.

Also lasst euch helfen und entspannt euch 😉, auch wenn es schwerfällt.

Ich entspanne momentan bei unserem neuen Projekt. Es ist zwar anstrengend, aber ich kann komischerweise abschalten. Ich will noch nicht zu viel verraten, denn ich werde es auch auf den Blog stellen 😊

 

Wie immer ihr Lieben schreibt mir, egal wo. Schreibt mir, was euer Auslöser war oder woran ihr gemerkt habt, dass es nicht mehr so weiter geht! Ich freu mich😉

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