dear diary

Gute Tage, schlechte Tage Teil 1


Hallo ihr Lieben,

vielleicht sollte ich eine neue Kategorie daraus machen. Denn ich erlebe ja fast jeden Tag anders und vielleicht sollte ich diese Höhen und Tiefen mit Euch teilen.  

Hinter dieser Woche möchte ich ganz schnell einen Haken machen. Nichts läuft. Mein Mann ist krank und hat mich quasi zwei Tage aus dem Schlafzimmer geschmissen. Nicht mit Absicht natürlich, aber durch die Erkältung hat er so extrem geschnarcht, dass ich laufen gegangen bin. Ein Sägewerk war nichts dagegen. Da ich eh momentan wieder schlecht schlafe, war das Schlafen auf dem Sofa jetzt auch nicht so toll. Also habe ich mich den einen Tag bei Püppi ins Bett gelegt, nachdem sie aufgestanden war. Ich liebe ja Etappen schlafen – haha nicht wirklich.

Am Dienstag habe ich gedacht, ich nehme mal eine Schlaftablette und Ohropacks.

Ja, ich konnte endlich mal wieder in meinem Bett schlafen, aber es hat wieder ewig gedauert bis ich einschlafen konnte und mein Mann hat mich dann auch geweckt. Das Ende vom Lied war, die Tablette wirkte so lange nach, dass ich quasi den gestrigen Tag nur durchhing und geschlafen habe.

Unglaublich, wie lange wirkt denn so ein Teil?

Als Dank oben drauf, habe ich mich auf dem Sofa noch so dermaßen verlegen, dass ich mich gestern kaum noch bewegen konnte/wollte. Heute ist es schon besser, aber Schmerzen habe ich immer noch. Irgendwie laufe ich immer noch rum, wie im Nebel. Ich werde nie wieder so eine Tablette nehmen. Wenn die so lange nachwirkt, da ist man ja kein Mensch. Auch wenn ich große Schlafprobleme habe, zumindest das einschlafen fällt mir besonders schwer. Zig Positionswechsel und den Kopf nicht ausschalten können.

Hinzu kommt,

dass ich die letzten Tage wieder stark die Zähne zusammenbeiße. Das hatte ich eine Zeit lang nicht und jetzt geht das wieder los. Ich scheine total verkrampft zu sein und habe keine Erklärung dafür. Auch wenn ich schlafe oder nur kurz weg nicke, bei jedem kleinsten Geräusch zucke ich zusammen und mein Herz, fängt an mit rasen. Was ist das? Was ist mit mir los? Eigentlich dachte ich, es geht langsam aufwärts.

Meine Gedanken sind wie immer, zu viele und durcheinander. Jeden Tag, etwas anderes. Es ist nichts passiert, was jetzt dieses Verhalten erklären könnte. Außer das ich oft an Dinge von früher denken muss, die mich erschrecken. Eigentlich ist das aber auch nichts neues. Ich weiß auch nicht wirklich, m weshalb ich das hier schreibe, denn wirklich spannend ist das ja für euch nicht. Aber ich muss es loswerden und so geht’s vielleicht.

Muss mal nächste Woche meine Therapeutin fragen, was es sein könnte, wenn es mir dann immer noch so geht.

Vielleicht macht mir das Wissen,

dass die Leute auf der Arbeit Bescheid wissen, doch mehr aus. Mein Handy hat mir vorgestern ein Freundschaftsanfrage von Facebook angezeigt. Auf meiner neuen Seite, von einem Kollegen. Irgendwie finde ich es komisch. Warum deaktiviere ich meinen privaten Account? Um dann sämtliche Leute auf dem Neuen in meiner Liste zu haben? Ganz bestimmt nicht. Es scheint schon schwer genug zu sein, damit klar zu kommen. Es gibt aber Menschen, die möchte ich in dieser Liste nicht haben. Das mag hart klingen, aber es ist so und das sage ich ganz offen und ehrlich. Ich offenbare hier mein Leben und auch wenn ich das ganz bewusst öffentlich mache, möchte ich nicht noch Menschen in der Liste haben, die nur neugierig sind und was zum reden brauchen.

Die Situation ist für mich schwer und anstrengend.

Jeden Tag führe ich einen Kampf, mit mir, meinem Verhalten, den Leuten um mich herum. Viele meinen bestimmt: „Ach ist doch chillig, den ganzen Tag zu Hause und nichts tun.“ Nein so chillig, wie man sich das vorstellt ist es bei weitem nicht. Nachdem man gefühlte hundertmal in der Nacht wach wird und ewig braucht bis man wieder einschläft, steht man auf. Nicht gut gelaunt und absolut nicht voll motiviert. Nein, direkt mit 1000 Gedanken im Kopf. Was will ich heute machen? Was muss ich heute machen? Meistens ist es so, dass ich nicht mal ansatzweise das schaffe, was ich mir vornehme. Es heißt man soll sich keinen Druck machen und sich für jede Aufgabe loben, die man geschafft hat. Wenn ich aber bedenke, was ich alles geschafft habe, als ich noch „funktioniert“ habe, ist das ein Witz.

Ich stehe auf, mach mich fertig.

Der Anblick im Spiegel, deprimiert mich meistens schon. Nicht weil ich verschlafen aussehe oder so. Nein, ich sehe einfach keinen glücklichen Menschen, der mit sich zufrieden ist. Im Gegenteil, ich bin total unzufrieden mit mir. Ich finde, ich sehe fertig und alt aus. Meine Augen strahlen schon lange nicht mehr und innerlich lachen, kann ich auch nicht mehr. Ich fühle mich einfach leer. Zwar gefüllt mit vielen Gedanken, aber alles, um was es letztendlich geht ist nicht vorhanden.

Ich denke meine Kinder haben mich über. Mein Mann kann mich nicht mehr ertragen und allgemein nerve ich nur noch alle. Die letzten Tage fällt es mir auch wieder schwerer Dinge auszusprechen, die mich ärgern, stören und sonstiges. Ich bin so mies drauf, dass ich am Montag meine Tochter rund gemacht habe. Sie hatte keine Lust, mir beim Kochen zu helfen und dadurch ist es missglückt und im Müll gelandet. Das hat mich den ganzen Tag extrem geärgert. Hinterher habe ich es bereut und wie gesagt, so war ich schön länger nicht drauf. Ich könnte ja jetzt einfach sagen, ich bekomme meine Tage. Ich denke aber, dass dies nicht der Grund dafür ist. Ich zweifele eben gerade wieder extremst an mir.

-Du musst abnehmen-
-Du musst besser gelaunt sein-
-Du musst besser aussehen-
-Du musst mehr tun-
-Du musst dich mehr kümmern-

Und so weiter und wenn ich das nicht tue, sind sie sauer auf mich oder noch schlimmer, verlassen sie mich. Ich bin total gereizt. Wenn mein Mann mir was erzählt, höre ich kaum hin. Es interessiert mich einfach nicht, beziehungsweise ist es sehr anstrengend für mich, jemandem zuzuhören. Ich will soviel machen, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Schaffen tue ich aber kaum was. Fühlen tue ich mich, als wenn ich mich aufdränge. Wenn ich zum Beispiel was mit meinem Mann machen will. Da habe ich immer das Gefühl, dass er es nur macht wegen mir und nicht, weil er es auch will. Durch diese Gedanken gehe ich dann auch wieder gereizt und von schlechten Gedanken überflutet ins Bett.

Her je was ist denn nur los?

Rückfall? Schlechten Tag? Ich weiß es nicht. Keine Ahnung, ob ich das hier überhaupt veröffentlichen soll. Vielleicht wäre es aber doch ganz sinnvoll. Dann seht ihr eventuell, womit ich mich an manchen Tagen so rumschlagen muss. Bestimmt gibt es Menschen da draußen, denen es ähnlich geht. Ich werde mal versuchen, aus diesem Loch wieder raus zu kriechen.

Schreibt mir, wenn ihr wollt, egal wo. Ich würde mich freuen 😊

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