zum medizinischen Dienst - schon wieder
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Zum medizinischen Dienst – schon wieder

Freitag, 24.01.2020

Man denkt an nichts Schlechtes, man freut sich einfach aufs Wochenende. Da wir aber auf Bescheid warten, ob mein Sohn nun die Ausbildungsstelle bekommt, breche ich meine Regel und gehe auch an diesem Freitag an den Postkasten. Mache ich sonst nicht, da meistens zum Wochenende schlechte Nachrichten ins Haus flattern. Deshalb habe ich mir angewöhnt nur noch Dienstag und Donnerstag zum Postkasten zu gehen. Naja wie es meistens so ist, wird man bestraft. Ich wurde es zumindest, denn ein Brief von der Krankenkasse war im Postkasten. Schon wieder. Vor zwei Tagen flatterte mir erst der Bescheid ins Haus, dass mein Krankengeld zum 12.04.20 ausläuft. Ich ahnte nichts Gutes und mein Gefühl lies mich nicht im Stich. Es war nichts Gutes. Nochmals wurde ich „eingeladen“ zu einem Termin beim MDK. Oh mein Gott, nicht schon wieder zum medizinischen Dienst. Mein Wochenende war somit hinüber.

Ich weiß nicht, wie ich es anders sagen soll,

aber ich habe mich doch gerade erst vom letzten Besuch beim medizinischen Dienst irgendwie erholt. Ihr erinnert euch an meinen Blogbeitrag Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK)? Jetzt soll ich da schon wieder hin? Eigentlich hatte ich die Hoffnung, dass sie mich in Ruhe lassen, da das Krankengeld ja eh bald ausläuft. Ha, wehe ich habe mal Hoffnung und denke positiv. Das sollte ich wirklich besser lassen. Ich versuchte am Wochenende nicht groß drüber nachzudenken, was mir natürlich nicht wirklich gut gelang. So kam es, dass ich mich am Montag dann hinsetzte und einen Brief, an meinen Berater bei der Krankenkasse schrieb. Denn ganz ehrlich, ich wollte da nicht wieder hin, zum medizinischen Dienst. Ich hatte so große Angst davor, wieder an den Typen zu geraten. Meine Gedanken spielten verrückt und ich malte mir wieder die schlimmsten Dinge aus.

Donnerstag, 30.01.2020

Endlich eine Antwort, nachdem ich seit Montag jeden Tag ängstlich in mein Email Postfach schaute. Dann die Antwort, mit der ich hätte eigentlich rechnen müssen.

 Zitat: „Ich habe mich für Sie mit dem Medizinischen Dienst in Verbindung gesetzt und Sie werden, wie gewünscht nicht erneut von dem letzten Gutachter begutachtet. Für Ihren Termin steht eine Gutachterin zur Verfügung. Ich bitte Sie den Termin, wie in der Einladung beschrieben, wahrzunehmen.“

Na klar doch. Ist ja irgendwie nett, dass er sich für mich einsetzt. Ehrlich fand ich gut. Es hieß nun aber, ich muss da doch hin, wieder zum medizinischen Dienst.

Egal, dachte ich.

Du schaffst das schon. Es ist das letzte Mal. Ich schrieb mir ein paar Dinge auf, die ich sagen wollte und ich habe mir geschworen, mich nicht wieder fertig machen zu lassen. Nicht nochmal, wollte ich das vom letzten Mal erleben. Nachdem ich mir aufschrieb was ich sagen will, ging es meinem Kopf besser. Ich fühlte mich gut und wollte es dem medizinischen Dienst zeigen.

Sonntag, 02.02.2020

2:39 Uhr machte ich mich auf den Weg ins Bett. Ich war zwar nicht müde, aber es hieß ja früh raus. Also machte ich mich Bett fein und lag dann gegen drei im Bett. Dann ging es los, Gedanken an den nächsten Tag. Wie wird es wohl werden? Ob ich wieder so behandelt werde und so weiter. Ich versuchte nicht daran zu denken. Versuchte an was Schönes zu denken. An irgendwas, nur nicht an den blöden medizinischen Dienst.

Mein Körper fing an,

überall zu jucken. ich war unruhig und wälzte mich nur hin und her. Irgendwann nach sechs, hörte ich, wie mein Mann von der Arbeit kam. Dann ging der Wecker. Oh mein Gott, kaum geschlafen und so fühlte ich mich. Nichts desto trotz, machte ich mich fertig und wollte diesen verhassten Termin beim medizinischen Dienst endlich hinter mich bringen. Da mein Mann Nachtschicht hat, wollte beziehungsweise musste ich auch allein fahren. Ich empfand es auch diesmal nicht schlimm. Denn ich war vorbereitet, ich wusste wie ich mich wehren könnte und würde nicht wieder das kleine hilflose Mädchen sein.

Nun fuhr ich los und kam an, beim medizinischen Dienst.

Umso näher ich kam, umso komischer wurde mir. Ich kann es nicht wirklich beschreiben. Irgendetwas nahm mir meine Kraft, meine Motivation, einfach alles.

Ich bin wieder heil zu Hause. Schweißgebadet, Herzrasen, Übelkeit, Juckreiz am ganzen Körper, hilflos, verzweifelt.

Was geschah zwischen Ankunft beim medizinischen Dienst und dem Gott sei Dank wieder heile zu Hause Ankommens, lest ihr jetzt:

Zwei Stunden Schlaf, über eine Stunde fahren, diesmal aber pünktlich da. Obwohl ich ewig laufen musste, weil ich keinen Parkplatz gefunden habe. Nur um dann festzustellen, dass man im falschen Gebäude beziehungsweise in der falschen Straße ist. Kurz nach elf, als ich wieder am Parkplatz bin, schon zu spät und nun? Das Auto führt mich durch die Innenstadt, Navi sagt dauernd was anderes oder eben gar nix. Handy (Prepaid) nicht aufgeladen, kann nichts googlen, geschweige denn wem anrufen. Ich merke wie sich Panik und noch mehr Angst in mir breit macht. Sch… Termin beim medizinischen Dienst.

Ich bin in der Innenstadt

und finde das verdammte Gebäude nicht. Mal wieder fühle ich mich zu dumm, zu schwach, zu nichts zu gebrauchen. Gedanken machen sich breit, das gibt Ärger, jetzt streichen sie mir das Geld. Ich bin viel zu spät und da meine Angst immer größer wird, beschließe ich Richtung zu Hause zu fahren. Dahin wo es sicher ist, wo mir keiner was tun kann. Ich fühle mich traurig, wütend und enttäuscht und verarscht.

Warum muss man uns,

die sowieso jedes Mal Ängste ausstehen vor einem Termin beim medizinischen Dienst, denn nun schon wieder woanders hinschicken? Ja mein Fehler, es stand auf dem Schreiben drauf, aber ich bin voll davon ausgegangen, dass es da ist, wo es immer ist. Ich will nicht mehr und kann nicht mehr. Diese ewige Tortur, des Beurteilens und Verurteilens von Menschen, die einen gar nicht kennen. Kriege ich jetzt wieder einen neuen Termin? Nein, ich will das einfach nicht mehr. Es lässt mich nicht schlafen, zieht mich runter und wieder stecke ich in diesem Loch. Mal wieder wegen Krankenkasse und dem medizinischen Dienst. Bitte lass doch diesen Druck endlich aufhören. Bitte.

Jetzt sitze ich hier

und habe Angst nach Hause zu fahren. Da ich denke das ich meinen Mann und alle anderen enttäusche. Schon wieder habe ich nichts auf die Reihe gekriegt. Ich war doch so mutig, ich wollte alleine fahren und mich nicht wieder behandeln lassen, wie ein Kind und dann andere Straße, mitten in der Stadt. Was soll das?

Wieso werden die,

die eh schon jeden Tag mit sich und ihrem Leben kämpfen gequält? Oder bin ich nur wieder so blöd und empfinde das so? Na klar, geh doch arbeiten Ines, dann hast du deine Ruhe vor diesen Pflichtveranstaltungen. Ja wenn es doch so einfach wäre. Das habe ich ja jetzt wieder gemerkt. Etwas geändert, warum ist mir nicht wirklich klar und schon fühle ich mich wieder wie ein kleines Mädchen. Es ist doch einfach zum kotzen. Warum kann das Leben nicht einfach sein? Weshalb immer wieder diese Stolperfallen und diese Befehle, die man ausführen muss, weil man sonst nicht krank ist oder kein Geld mehr bekommt? Wie sollen denn Personen wie wir, die sich eingestanden haben, dass sie ein Problem haben und sich helfen lassen wollten, damit umgehen? Hilfe die wir bräuchten bekommen wir nicht, nur Befehle erteilt und Beurteilungen. Wenn wir das nicht tun, wird uns gedroht. Wie bitte soll uns das helfen?

Dies waren meine Gedanken,

auf dem Weg zur neuen Straße und dann auf dem Heimweg. Ich sage euch, wieder war ich fix und fertig. Warum lass ich mich immer so fertig machen von dem blöden medizinischen Dienst? Natürlich habe ich mich gleich zitternd hingesetzt und dem Berater der Krankenkasse geschrieben. Nicht das der MDK nachher noch sonst was behauptet.

Ich wollte es wirklich,

diesen Termin beim medizinischen Dienst wahrnehmen. Mutig sein, zeigen dass ich es kann und dann ändern die das verdammte Gebäude. Gott sei Dank, war dieser Montag heute voll mit Terminen. Ich durfte mich noch beim Zahnarzt quälen lassen und dann musste ich auch noch zur Schule. Sowas mache ich nie wieder, drei Termine an einem Tag. Nee nee, zumindest nicht, wenn es um den medizinischen Dienst geht.

Ach ja,

laut meiner App habe ich eine halbe Stunde in dieser Nacht geschlafen. So fühlte es sich auch an. Ich bin fix und fertig. Habe immer noch Angst und muss mich wieder aus dem Loch ziehen. Zum Arzt muss ich diese Woche auch noch. Mal gucken, vielleicht hat der MDK sich dort auch schon gemeldet.

Merkt ihr was, nur negatives Denken. Nicht gut, ich weiß, aber ich mache immer wieder die beschissene Erfahrung, dass positiv Denken nach hinten los geht. Bei mir zumindest.

Ich freue mich wahnsinnig, über jeden Kommentar und neue Leser. Schreibt mir und gebt euren Senf dazu. Ihr findet mich auch bei vielen Social Media-Seiten. 😍😘❤

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