Soll das mein restliches Leben sein?
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Soll das mein restliches Leben sein – 2. Mutausbruch

Seit ich vor zwei Wochen,

meinen #Mutausbruch bezüglich meiner Schwester hatte, überlege ich die ganze Zeit, ob ich einen Zweiten wagen soll. Denn ich habe gemerkt, dass es mir und auch meiner Schwester viel gebracht hat. Auch ist mir bewusst geworden, dass das aber noch nicht alle meine Baustellen waren, die ich bearbeiten muss. Nein, denn die wichtigste Baustelle verdränge ich schon seit Monaten in meinem Kopf. Ich rede mir immer alles schön und gebe mir selbst die Schuld daran, wie alles läuft. Ist mal wieder typisch ich. Soll das mein restliches Leben sein?

Ich habe eine wahnsinnige Angst davor,

dies zu schreiben. Es muss aber endlich raus, denn sonst platze ich. Nicht mal so sehr platzen, aber es macht mich fertig, jeden Tag daran denken zu müssen und sehen zu müssen, dass sich nichts ändert. Soll das mein restliches Leben sein? Ich denke nicht.

Zumindest will ich das nicht.

Über 18 Jahre sind wir jetzt zusammen und seit ich weiß, dass mit mir was nicht stimmt, sehe ich viele Dinge anders. Ich möchte an mir und meinem Verhalten und Denken arbeiten und etwas ändern. Dies kann ich aber nicht, wenn dort jemand ist, der nicht mitzieht. Ja es ist schwer sich umzustellen, das weiß ich und merke ich jeden Tag. VERSUCHEN kann man es doch aber. Nein was er nicht will, will er nicht und dann bleibt es auch so. Soll das mein restliches Leben sein?

Warum bist du so?

Als würdest du es riechen, dass mich was bedrückt. Du bist lieb und hilfst und wir verstehen uns und ich zweifle wieder daran, ob ich das Richtige tue. Ich will aber nicht mehr zweifeln oder Angst haben. Deswegen schreibe ich mir jetzt alles von der Seele. So viele Kleinigkeiten, die alles zu einem großen Ballon machen, der kurz vorm Platzen ist. Du knallst mir Dinge an den Kopf, wo ich mich frage, willst/kannst du eigentlich noch mit mir zusammen sein, jetzt wo du alles weißt? Heute beim Einkaufen pfeifst du mich zurück, als wäre ich dein Hund. Geht’s noch? Ja vielleicht übertreibe ich, aber es hat sich so viel angestaut, dass jede Kleinigkeit das Fass zum Überlaufen bringt. Soll das mein restliches Leben sein?

Deine Handys sind dein Leben,

wenn nicht die, dann der PC, dann der Job und dann war es das. Egal ob du arbeiten musst oder Wochenende hast. Du stehst auf und sitzt eine Ewigkeit auf dem Klo, mit den Handys. Du brauchst eine halbe Stunde im Bad, bis du fertig bist mit Zähneputzen, nur wegen den Handys. Wenn es raus gehen soll, gehen immer erst die Handys vor. Am Wochenende gucken wir zwar was zusammen, aber du auf deiner Seite der Couch, ich auf meiner. Die Handys sind aber immer bei dir. Früher bist du mal rangekommen oder ich, aber jetzt gehen die Handys vor. Ohne Handy geht bei dir gar nichts mehr. Man kann dich nicht mal ansprechen. Du bist körperlich zwar da, aber geistig nicht.

Manchmal habe ich schon gedacht,

ach wäre ich doch ein Handy. Dann bekäme ich auch mal Aufmerksamkeit und Zärtlichkeiten von dir. Wir leben nur noch nebeneinander her. Du machst dein Kram und ich mein Kram, plus Haushalt, Kinder und Garten. Was ist aus uns geworden? Du hast einen Ton am Leib, die Kinder und ich trauen uns gar nicht irgendwas zu sagen oder anzusprechen. Du lässt immer den Boss raushängen. Das was du sagst wird gemacht. Wie wir uns dabei fühlen, ist dir scheiß egal und das war schon immer so. Du sagst zwar, dass wir keine Angst haben brauchen, aber du hilfst uns auch nicht dabei das Gefühl dieser Angst zu verlieren. Denn dein Verhalten bleibt, egal wie oft ich was sage. Soll das mein restliches Leben sein?

Wie sagtest du doch letztens,

das war so und wird immer so bleiben. Also entweder leben wir damit oder eben nicht. Ich bin nicht mehr relevant, nur noch, wenn es darum geht, dass ich was für dich tun soll. Sei es irgendwelche Telefonate zu führen, obwohl du genau weißt, dass ich das nicht gerne mache. Du aber, setzt voraus, dass ich mich überwinde. Warum überwindest du dich nicht mal? Warum muss ich immer durch, durch alles und du setzt dich mit dem Arsch drauf? Alles muss so laufen, wie du es dir vorstellst. Zumindest kommt es so rüber. Du motzt die Kinder an, dass sie nicht helfen, bist aber selbst nicht besser. Heute bestes Beispiel, Angel soll deiner Meinung nach, die Handtücher zusammenlegen. Warum machst du es nicht einfach? Weshalb werden sämtliche Arbeiten immer auf mich und die Kinder geschoben? Sooft werden die Wäschekörbe im Wohnzimmer ignoriert und wenn ich mich nicht erbarmen würde, würden sie wochenlang dastehen.

Soll das mein restliches Leben sein?

Durch dein Verhalten und deinen Ton habe ich immer Angst. Wenn du nicht da bist geht es mir gut. Ich kann sein wie ich bin, aber sobald du da bist legt sich ein Schalter bei mir um. Bloß nichts Falsches sagen oder machen. Das kotzt mich so an und ich hasse mich dafür, dass ich das nicht abstellen kann. Du magst es, wenn alle kuschen und Angst vor dir haben und fühlst dich wie der King. Du würdest es nie zugeben, aber es ist so. Das möchte ich aber nicht mehr, denn wir sind gleichwertig. Ich bin nicht weniger wert, nur weil ich momentan kein Geld reinbringe. Du denkst, nur weil du arbeiten gehst, bist du von allen anderen Dingen befreit. Ich leiste genug und ich bin es leid, nur das dumme Hausmütterchen zu sein.

Genauso bin ich es leid,

dauernd auf dich und deine Handys zu warten. Das du mir nicht zuhörst, dich nicht für mich interessierst. Das alles was ich sage, ob es um deine Gesundheit oder sonst was geht, du alles weg ignorierst. Was du nicht willst, willst du nicht. Das habe ich verstanden, aber ich will auch so viele Dinge nicht und muss sie dennoch tun, weil mein Mann sich mit dem Arsch draufsetzt.

Was ist das für eine Ehe,

eine Beziehung, eine Partnerschaft? Ab und an gibt es ja kleine Dinge, da denke ich, oh es ist noch nicht ganz verloren. Die meiste Zeit denke ich aber, es ist vorbei. Wir haben uns so viele Jahre Zeit für uns gewünscht. Jetzt sind die Kinder soweit und wir wollen gar keine Zeit mehr miteinander verbringen. Mir wurde mal der Tipp gegeben, ich solle dich genauso ignorieren. Haha, du merkst es nicht mal, dass ich mich teilweise genauso verhalte, wie du es tust. Ich sage die drei Worte schon ewig nicht mehr, nicht mal mehr „hab dich lieb“, weil ich es nicht kann, denn es wäre gelogen.

Ich bin froh, wenn du auf Arbeit bist.

Dann kann ich sein wie ich bin, ohne einen Schalter umlegen zu müssen. Du interessierst dich nur noch für mich, wenn du was willst. Ich weiß ich wiederhole mich, aber es ist so. Mein Blog, mein Job den ich machen will oder überhaupt wie es mir geht. Hauptsache du hast nach der Arbeit deine Ruhe und niemand geht dir auf die Nerven. Soll das mein restliches Leben sein?

Wenn du dann mal raus in den Garten gehst

und ich gehe nicht mit, weil ich anderes zu tun habe, gibst du mir das Gefühl, dass ich jetzt auch mit raus muss oder dass es falsch ist, dass ich drinnen bleibe. Du herrschst über uns und kriegst es nicht mal mit, egal wie oft wir über Mobbing, Selbstwertgefühl und Selbstliebe reden. Du erwartest von uns alles, aber selbst können wir von dir momentan nichts erwarten. Es tut weh das zu schreiben, aber ich hasse mein derzeitiges Leben. Ich möchte einen Mann, der für mich da ist, der versucht mich zu verstehen, der mich unterstützt und vor allem der mich liebt. Der mich ansieht und ich das Gefühl bekomme, es gäbe nichts anders für ihn auf dieser Welt. Ja das klingt jetzt schmalzig, aber so wie es gerade läuft kann und wird es nicht weitergehen.

Genauso gibst du mir das Gefühl,

dass es falsch war sich mit meiner Schwester auszusprechen. Dir passt es nicht, denn ich könnte ja dadurch wieder öfter unterwegs sein. Das habe ich am Freitagabend direkt zu spüren bekommen, als es hieß, ihr hättet euch melden können. Wenn du dich nicht meldest ist es okay, aber umgekehrt nicht? Was du tust ist immer richtig, aber bei uns ist es verkehrt. Was stimmt da nicht?

Selbst Suri hat schon gesagt,

geht zur Paartherapie und wenn das nicht hilft, lass dich scheiden Mama. Was soll ich dazu noch sagen. Seit ewigen Zeiten rede ich und rede ich. Versuche uns zu retten, aber wenn das nur einer will, ist es vergebene Lebensmüh. Denkst du, nur weil ich gerade finanziell von dir abhängig bin, bleibe ich bei dir und laufe nicht davon? Weil ich ja eh nirgendwohin kann? Machst du es dir echt so einfach? So sieht es zumindest aus und so verhältst du dich auch. Es kann doch nicht sein, dass nur du alles richtig machst und wir drei machen ständig alles falsch. Genau wie der Spruch „Ich kann nichts dafür“, ich hasse ihn und kann ihn nicht mehr hören.

Echt jetzt, soll das mein restliches Leben sein?

Nein, so will ich mein restliches Leben nicht verbringen. Ich will leben, lieben, lachen und nicht ständig in Angst leben. Kann sein, dass mein Kopf vieles schlimmer denkt, als es eigentlich ist. Das kann aber auch nicht besser werden, wenn ich von dir keinerlei Unterstützung habe. Für andere, mit Problemen bist du da, für mich nicht. Seit Monaten geht es mir deswegen schlecht und ich wundere mich, dass es mit dem Jucken und dem Denken nicht weniger wird. Alle Probleme bin ich angegangen, nur das Größte schiebe ich immer vor mir her.

Du bist dir sicher,

dass ich nicht laufen gehe. Vielleicht wartest du auch nur darauf, dass ich gehe. Ich weiß es ja nicht, denn KOMMUNIKATION ist gleich null bei uns. Ich muss dir immer zuhören, egal welchen Scheiß du mir erzählst. Wann hörst du mir zu oder hast Zeit für mich? Du verhältst dich, als wärst du Single und wenn du wieder einer sein willst, dann sage es. So geht es für mich nicht weiter. Ich kann so nicht gesund werden, denn du bist ein Punkt, der mich krank macht und krank hält. Mich ausbremst, mir immer das Gefühl gibt nichts wert zu sein und nichts auf die Reihe zu kriegen.

Ich kann nicht sein,

wie ich bin oder wie ich sein will. Tagsüber habe ich keine Zeit für mich, weil sich alles nur um euch dreht oder um den Haushalt und den Garten und was weiß ich noch. Abends dann, kann ich nicht das machen, worauf ich Lust hätte, da ich zum Beispiel leise sein muss oder nicht mehr wegkann. Ich richte mich mein ganzes Leben nur nach anderen Leuten. Soll das mein restliches Leben sein? Wo ist der Spaß, die Freude am Leben? Warum ist alles so ernstgeworden? Haben wir uns doch voneinander entfernt?

Du gibst mir das Gefühl,

nicht schön genug, nicht schlank genug zu sein und ich lasse mich davon runterziehen. Das Gefühl, dass du mich liebst habe ich schon lange nicht mehr. Wüsste ich es nicht besser, würde ich sagen du betrügst mich. Aber weißt du was, dass wäre mir momentan scheiß egal. Denn ich bin dir nicht mehr wichtig. Vielleicht kannst du mir nicht verzeihen, aber das wäre ein Widerspruch, denn ich habe dir auch verziehen. Wir tun uns beide nur noch gegenseitig weh und verhalten uns so, wie der andere. Bringen tut es gar nichts.

Außer das ich durch dein Verhalten lerne,

ohne dich zu leben. Denn auch wenn ich mich wiederhole, so möchte ich nicht weiterleben. Mit viel Glück habe ich noch vierzig Jahre vor mir und die möchte ich nicht mit einem Mann verbringen, der sich ständig aus allem rausreden will, der Handys mehr liebt wie alles andere und sich nicht für seine Familie interessiert, geschweige denn für seine Frau.

Ich habe kein Kraft mehr

allein zu kämpfen und ich habe auch den Willen nicht mehr, für uns zu kämpfen. Wozu auch, du willst es scheinbar nicht anders. Ich gebe auf, das habe ich schon vor Monaten und dir fällt es nicht mal auf. Es ist hart, aber ich kann nicht mehr für uns beide kämpfen. Denn ich will gesund werden und das kann ich so nicht. Dies Angst muss aufhören und entweder wir kämpfen zusammen oder wir lassen es. Es gibt nur noch die zwei Optionen, obwohl ich an die erste schon gar nicht mehr glauben kann. Dafür habe ich zu oft, zu viel geredet und es hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil, es wurde schlimmer statt besser.

Ich will nicht mehr immer nur reden

und am Ende die Böse sein, die die nur rummeckert. Taten will ich sehen oder einen Schlussstrich ziehen, denn das was wir jetzt haben, kann mich nicht gesund machen. Denn es zieht mich jeden verdammten Tag ein bisschen mehr nach unten. Ich will reden und sagen was ich denke, etwas tun, ohne dumme Sprüche oder „NEIN“ auf die Ohren zu bekommen. Nein, ich bin nicht dein Kind oder dein Hund. Ich bin eine Frau, die es nach den ersten beschissenen 30 Lebensjahren verdient hat glücklich zu sein. Die keine Angst mehr vor Männern haben will. Eine Frau, die sich selbst liebt, egal ob sie ein paar Kilo mehr drauf hat oder geschminkt oder ungeschminkt rumläuft.

Ich möchte eine Frau sein,

die sich nicht wie ein nutzloses Etwas fühlt. Eine Frau, ohne Angst vor dem eigenen Mann, die Spaß am Leben hat und sich an kleinen Dingen erfreut. Du bist nicht der einzige Mann auf dieser Welt, es gibt bestimmt Männer da draußen, die mich lieben und schätzen, so wie ich es verdient habe. Das ist schwer für mich zu sagen, denn mein Selbstwertgefühl ist immer noch im Keller, aber wie sagte Oma damals schon, es gibt nicht nur ne Hand voll, es gibt ein ganzes Land voll. Das heißt nicht, dass ich einen anderen Kerl will, aber was, wenn da mal einer kommt, der mir alles das gibt, was ich von dir nicht bekomme? Mir zuhört, für mich da ist und mich versteht, was dann?

Ich mache und tue doch

wirklich alles und reiße mir den Arsch auf und kämpfe. Aber was tust du für uns? Du machst es mir nicht gerade schwer, nicht einfach aufzugeben. Es ist alles so schwer für mich, mein Kopf macht vieles schlimmer. Deshalb rede ich auch nicht mehr, sondern schreibe. Das gibt wieder schlaflose Nächte, aber es ist jetzt raus aus meinem Kopf und das tut schon gut.

P.S.

Heute habe ich schon wieder, so eine scheiß Angst dies zu veröffentlichen, aber ich weiß genau, wenn ich es nicht tue und nichts sage, geht es immer so weiter. Also fasse ich all meinen Mut zusammen und werde es tun. Ich habe auch gehört, dass ganz viele Paare auch so Probleme haben und sich bei anderen ausheulen. Warum ist das so, warum haben so viele, unglückliche Beziehungen? Gibt es keine Liebe mehr? Ich verstehe das nicht.

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