gesundheit

Meinen Weg finden…

Eigentlich wollte ich über meine bisherigen kleinen Fortschritte schreiben,

aber irgendwie kann ich das gerade nicht, da es eine Sache gibt die mich schon wieder runter zieht. Es ist doch verdammt noch mal immer dasselbe. Ich habe Angst und Panik, wenn ich wieder mal zum Arzt muss. Das bringe ich dann hinter mich, weil ich sagen muss wie es mir geht, ohne Angst davor zu haben. Danach merke ich, wie es mir dann langsam wieder besser geht und ich frage mich, weshalb ich jedes Mal so eine Angst habe.

Es ist mein Kopf, es sind meine Gedanken die mich verrückt machen, aber es hört einfach nicht auf. Scheinbar oder irgendwie auch „Gott sei Dank“ bin ich nicht alleine mit diesem Problem. Eine liebe Person, die ich kennengelernt habe hat mir geraten, dass Thema beim Therapeuten anzusprechen. Denn man hat doch weiß Gott schon genug anderen Scheiß durchzustehen.  Naja mein Kopf muss halt immer weiter an sich arbeiten und lernen, dass es nur meine „negativen“ oder „bösen“ Gedanken sind, die mich so verrückt machen.

Ich schweife schon wieder ab, aber egal.

Das Thema welches mich in letzter Zeit beschäftigt ist:

-Ist es gut, wenn Leute aus deinem Umfeld über den Blog Bescheid wissen oder nicht?-

Wie ich darauf komme? In letzter Zeit muss ich feststellen, dass es zu gewissen Schwierigkeiten kommt, wenn Freunde, Bekannte oder so meinen Blog lesen. Das ist eigentlich etwas, was ich nicht wollte. Ja, ich schreibe offen über alles was ich fühle und denke. Wenn ich mich in meinem eigenen Blog wieder verstelle, erfüllt das Ganze seinen Zweck nicht mehr. Ich weiß auch, dass er öffentlich ist und ihn quasi jeder lesen kann. Familie, Freunde, selbst Arbeitskollegen könnten darauf stoßen. Wie ich damit umgehe, wenn dem so wäre weiß ich noch nicht.

Mein Kopf sagt mir momentan, dass wenn jemand von der Arbeit ihn lesen würde, es nur wieder endloses Gehetze und Gerede geben würde. Ob es wirklich so wäre, weiß ich nicht, aber meine Gedanken sind so – eben negativ wie immer. Jeder will mir doch was Böses. Ich habe heute auch mit meinen Mäusen darüber geredet und mein Großer war voll süß. Er sagte:

„Mama, vielleicht wäre es ja gut, dann verstehen sie dich vielleicht ein bisschen besser und labern nicht immer nur sch****.“

Glauben tu ich das zwar nicht, aber in dem Moment fand ich es süß.

Klar muss ich immer damit rechnen, dass Leute darauf kommen und dies lesen.

Aber das wusste ich von Anfang an. Sonst hätte ich Tagebuch geschrieben, da sieht es keiner. Da ich aber mit Leuten, die ähnliches durchmachen in Kontakt kommen will/wollte und es ja auch hilft mir alles von der Seele zu schreiben, habe ich mich für diesen Weg entschieden.

Ich finde es eben nur blöd, dass dann Schwierigkeiten auftreten, weil ich in Kommentaren vielleicht etwas falsch verstehe oder wieder zu viel rein interpretiere, wenn sie zum Beispiel von Bekannten kommen. Alle wollen nur mein Bestes und helfen, dass weiß ich. Das Problem ist eben nur, dass hier im Blog bei weitem noch nicht alles steht. Alles was ich erlebt und durchgemacht habe. Ich bin mir auch immer noch unschlüssig wie ich das anfangen soll. Einfach von vorne, also ab dem der ganze Mist los ging? Wie eine Art kleines Buch? Ich habe noch keine Idee, aber irgendwas wird mir einfallen.

Es ist eben so, dass Leute die helfen wollen nicht die ganze Geschichte kennen.

Sie sehen mich und denken sich wahrscheinlich: “die sieht doch gar nicht krank aus.“ Neee, bei solchen Krankheiten sieht man ja auch nicht krank aus. Deshalb kommen mir wahrscheinlich auch immer die Gedanken, dass mir eh keiner glaubt. Wie ihr schon öfter lesen konntet, fühle ich mich schnell unter Druck gesetzt, dass ich SCHNELL wieder gesund werden muss. Das macht mich fertig, aber sollte es nicht. Es dauert eben solange wie es dauert.

Ich leide unter einer Angststörung, momentane soziale Phobie und ja jetzt ist es amtlich auch PTBS.

Meine Therapeutin sagt immer wieder, bei dem was ich erlebt habe ist es kein Wunder. Das Wunder ist eben nur, dass ich solange durchgehalten habe. 30 Jahre ohne zusammen zu brechen. Selbst der Tod von Luke Perry, der mich traurig gemacht hat, hat mit meiner Vergangenheit zu tun. Unglaublich, aber wahr. Ja, im Nachhinein weiß ich, dass die Anzeichen schon viel früher da waren. Ich wollte sie aber nicht sehen. Ich hatte eben schlechte Tage. Letztens erst musste ich daran denken, als ich umgekippt bin. Ich weiß nicht mehr genau wann es war, vor ein oder zwei Jahren. Ich bin nachts wach geworden, aufs WC und auf dem Weg zurück ins Bett, bin ich im Flur auf den kalten Fliesen wieder zu mir gekommen. Mein Mann wurde von dem Krach wach und hat mich natürlich nicht aus den Augen gelassen und zum Arzt gescheucht. Ich wollte das damals nicht, da ich schon immer mal Probleme mit dem Kreislauf hatte.

Jetzt aber stellt sich mir die Frage, ob es auch ein Zeichen meines Körpers war.

Ich hatte so viele gesundheitliche, ich sag jetzt mal „Wehwehchen“, wo ich mittlerweile denke, es waren Zeichen beziehungsweise Warnungen meines Körpers. Ich habe sie aber nicht kommen sehen oder wollte es nicht, denn Frau muss ja funktionieren. Nun ist es geschehen und mittlerweile stehe ich dazu. Es ist wie es ist und nun muss ich da durch. Verdrängen ist nicht mehr und wer damit ein Problem hat, hat eben Pech gehabt. Ich werde und darf mir nicht mehr selbst die Schuld darangeben, denn ich trage sie nicht. Genauso wenig, werde ich ein schlechtes Gewissen haben, weil ich solange krank bin. Ich werde mir die Zeit nehmen, denn alles andere wäre Schwachsinn und würde nach hinten los gehen.

Es gibt im Moment mehr „gute“ Tage.

Ich kann wieder Musik hören, ich weiß, das wenn ich jemanden etwas sage, es am Ende gar nicht so schlimm ist. Stellt euch vor, ich habe es endlich geschafft wieder einmal ein Buch zu lesen. Ganz verwirrend fand ich den Gedanken: „wenn alles so weiter geht, kannst bestimmt auch wieder irgendwann zur Arbeit gehen. Dann wird alles wieder gut und keine Sorgen ums Geld mehr da.“ Ja ne, es klingt erschreckend und auch wenn ich das hier so schreibe, ist es noch ein weiter Weg. Der Anfang ist aber gemacht und da bin ich schon ein kleines bisschen stolz drauf. 😊

Denn die letzten Monate waren nicht einfach für mich, ein stetiges auf und ab, der Stress des Geldes wegen und meine Gedanken und die vielen Fragen warum mich die Leute in meinem Umfeld so schwer verstehen. Ich freue mich, dass ich so langsam einen Weg finde.

-Meinen Weg finde.-

Gestern bei der Therapeutin hatten wir die, ich weiß nicht wie ich es benennen soll Übung? Ist ja auch egal. Das heißt „Mein sicherer Ort“. Habt ihr davon schon mal gehört? Kennt ihr das? Es ist immer wieder erstaunlich, wie Dinge mir helfen, wo ich früher nie dran geglaubt hätte. Aber ich habe jetzt „meinen sicheren Ort“ und jedes Mal, wenn es mir schlecht geht, kann ich dorthin und wieder zur Ruhe kommen. Diesen Ort werde ich brauchen, denn morgen könnte schon wieder alles ganz anders sein. HALT STOP!!! Ich soll nicht in die Zukunft denken. Ich bin im hier und jetzt und werde es genießen und erleben. 😉

Seht ihr jetzt habe ich doch noch etwas über meine Fortschritte geschrieben.

Wie gesagt, ich will mit niemandem streiten und will niemandem was Böses, aber ich muss und will offen über alles schreiben. Wer damit nicht klar kommt sollte es nicht lesen!

Auch wenn ich einen Ratschlag nicht gleich oder gar nicht in die Tat umsetze, meine ich das nicht böse und es soll auch nicht heißen, dass ich nicht gesund werden will. Jeder Mensch ist anders, jeder tickt anders und weil es dem einen hilft, muss das nicht zwangsläufig bei dem anderen auch so sein. Jeder muss seine Erfahrung selbst machen. Ich muss sie für mich machen, eben meinen Weg finden. Eines Tages, wenn ich mich dazu überwunden habe, alles zu schreiben, verstehen mich einige vielleicht auch besser.

Jeder sieht von mir nur, was ich ihn sehen lassen will!!!

In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Liebe. Schreibt mir, wenn ihr wollt, egal wo, ich freu mich drauf 😊

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