dear diary

Leben am Limit

Oh Leute, als wäre das Leben gerade nicht schon beschissen genug,

muss mich das einzige was mir derzeit Freude macht auch noch einen Strich durch die Rechnung machen. Es war ja heute so verdammt heiß und natürlich haben wir die meiste Zeit im Pool verbracht. Am frühen Abend merke ich dann, dass die Filteranlage komische Geräusche. Ich raus und dann sehe ich das der Wasserstand merklich (ca. 3 cm) abgenommen hat. Ja, ich weiß es ist sehr warm und es kann auch viel verdunsten. Habe mich ja schon belesen. Allerdings habe ich mich in dem Moment voll erschrocken, dass es innerhalb weniger Stunden so viel weniger ist.

Mein Mann und mein Sohn natürlich gaaaanz chillig.

Mach dir kein Kopf, da ist nix, alles wird gut. Wir konnten ja auch nichts sehen, dass irgendwo Wasser raus ist oder es hinter die Stahlwand gelaufen ist. Jetzt bin ich hier alleine und mittlerweile schon viermal rausgerannt um zu gucken, ob es noch weiter abnimmt. Seit knapp ner Stunde bleibt der Wasserstand stabil. Das beruhigt mich aber auch nur etwas. Das Schlimme ist, man kann nichts sehen. Ich habe eben einfach Angst, dass das Wasser sonst wo hinläuft. Jetzt ist es dunkel und ich kann nichts machen. Das macht mich wahnsinnig. Mein Mann nicht da, mein Sohn schläft und allein traue ich mich nicht mehr raus um nachzuschauen. Ist total bekloppt, aber da kommt meine Angst durch. Wenn es stockdunkel ist gehe ich nicht alleine raus in den Garten. Nun hoffe und bete ich, dass der Wasserstand stabil bleibt. Drückt die Daumen!

Ihr denkt jetzt sicher auch,

die ihre Luxusprobleme möchte ich haben. Nein so ist das nicht. Ich habe ja schon sooft geschrieben, dass ich mich immer selbst unter Druck setze des Geldes wegen. Mein Mann sagte letztens zu mir, ich solle damit aufhören mir ständig einzureden, dass wir wegen mir weniger Geld haben. Das haben wir ja nicht, denn dadurch das ich das Benzin spare, kommt es aufs selbe raus. Er hat ja recht und es ging ja alles gut, bis er sich dann den Fuß umgeknickt hat. Acht Wochen krank und er fällt ins Krankengeld. Das tut dann weh, da fehlt dann wirklich was und das hat uns diesen und nächsten Monat ganz schön reingerissen. Wenn dann noch sowas mit dem Pool kommt, dass vielleicht was defekt ist, kann ich das gerade gar nicht brauchen.

Durch Erbschulden und eine Altlast von mir früher, müssen wir uns bis nächstes Jahr einschränken, dann ist das Thema endlich Geschichte – Gott sei Dank. Dann mach ich ne Party, ehrlich. Hinzu kommt, dass wir dadurch keinerlei Rücklagen haben und auch niemand mehr da ist, der mal finanziell unterstützen könnte. Also reißt sowas dann schonmal ein Loch ins Budget. Aber dieses Jahr ist ja immer wieder was Neues.

Das ist natürlich für mich und meinen Zustand auch nicht gerade gut.

Die Kinder kommen von der Schule nach Hause, brauchen Büchergeld, Geld für Tagesfahrten, Kopiergeld und und und. Das hört nicht auf und das so kurz vor den Ferien. Dann muss ja auch eingekauft werden, was meiner Meinung nach auch immer alles teurer wird oder bilde ich mir das ein?! Jeder Einkauf den ich momentan mache, deprimiert mich immer wieder aufs Neue. Man hat kaum was im Wagen und ist einen Haufen Geld los. Ich kaufe gerade nur das Nötigste, weil es nicht anders geht, aber jedes Mal gehe ich kopfschüttelnd aus dem Laden. Das zieht mich voll runter. Dadurch mache ich auch viel selbst. Backe Brötchen oder Brot, mache Marmelade selbst oder Leckereien für meine Family. Sie freuen sich darüber und das finde ich schön. Wenigstens etwas Gutes an dem ganzen Drama.

Habt ihr manchmal

auch so Monate, wo am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist? Es ist ja Gott sei Dank nicht immer so. Wir müssen es jetzt nur irgendwie abfangen und zusehen wie wir bis Ende Juli klarkommen. Leider kommen ja Anfang Juli ein letztes Mal, die vierteljährlichen Hausabbuchungen, dadurch wird’s dann nochmal eng. Das ist dann aber vorbei, die Kredite sind umgeschuldet und dann kommt es nur noch monatlich. Durch die niedrigen Zinsen im Moment, haben wir da auch Glück gehabt und sparen ein paar Euronen ein.😊

Ich, für meinen Teil,

komme ja mit solchen Situationen klar. So bin ich groß geworden. Es war immer Geld für Alkohol da, aber für essen selten. Als mein Vater dann nach der Wende seinen Job gekündigt hat, weil er für einen „Wessi“ nicht arbeiten wollte, wurde es schlimm. Leben von Arbeitslosengeld, später Arbeitslosengeld II und dann kam die Sozialhilfe. Er wollte partout nicht mehr arbeiten gehen. Meine Oma hat er komplett ausgenommen. Sie hatte damals Sparbücher für uns, alles hat er bekommen bis auf den letzten Pfennig. Am Ende hatte meine Oma nichts mehr. Ganz oft habe ich damals, auch wenn es nur Toastbrot oder irgendetwas war, von meinem bisschen Geld, was ich hatte gekauft. So hatten meine Schwester und ich dann wenigstens was zu essen. Es war nicht immer so, aber der Alkohol hatte Priorität bei uns zu Hause. Dann kam ne ganze Weile gar nichts und dann irgendwann kamen wir.

Deshalb kann ich mit solchen Situationen umgehen.

Ich kann aus wenig, was man im Haushalt hat, einige Dinge machen und so kommt man dann über die Runden. Es ist nur nicht einfach für meinen Mann und die Kinder. Klar mein Mann kennt auch solche Situationen, aber man möchte die Kinder eben damit nicht belasten. Sie sind groß und verstehen wirklich viele Dinge, aber sie sollen auch Kinder sein. Ich möchte nicht, dass meine Kinder so aufwachsen, wie ich es musste. Das kriege ich, denke ich auch ganz gut hin. Klar bekommen sie auch nicht alles was sie wollen und sie müssen auch mal etwas länger warten, bis sie etwas bekommen. Aber eben wichtige Sachen wie Schulbücher und Sachen oder Tagesfahrten/Klassenfahrten, sowas sollen sie auch mitmachen. Ich möchte nicht, dass sie da ausgeschlossen sind. Es gibt ja wirklich Kinder, die an so etwas nicht teilnehmen, weil die Eltern das Geld dafür nicht haben. Soweit möchte ich es nicht kommen lassen. Dafür liebe ich sie zu sehr. Meine Gedanken und Erlebnisse von früher, wollen auch nicht, dass sie so etwas durch machen müssen. Deshalb verwöhne ich sie ganz gerne oder kaufe, wenn es geht, auch mal was außer der Reihe. Lieber verzichte ich auf alles.

Durch das Ganze kam es auch,

dass ich meinen Therapietermin absagen musste. Mein Therapeut ist leider nicht in der Nähe. Ich muss also schon ein wenig fahren. Da aber meine Priorität bei Lebensmittel, Schulbücher und Tagesfahrten lag/liegt, kann ich nicht noch Spritgeld für solche Fahrten ausgeben. Ich weiß, dass ist wichtig für mich. Mir ist aber wichtiger, dass wir was zu essen haben und die Kinder in der Schule alles bezahlen können. Der Therapeutin hatte ich es auch grob erklärt und ihr gesagt ich würde mich melden, wenn ich weiß wann ich wieder kann. Wir mussten ja auch erst noch auf das Krankengeld meines Mannes warten und das wo am Anfang des Monats alles abgebucht wird. 😱 Das ist Gott sei Dank alles gut gegangen, es blieb nur nichts mehr übrig für diverse Autofahrten.

So kam es,

dass sie mich gestern anschrieb mit folgenden Worten: „Ich bin verwundert über ihre Priorisierungen. Dennoch akzeptiere ich es.“ Ja was soll ich denn machen? Ich kann mir ja schließlich kein Geld häkeln, oder aus den Rippen schneiden. Ich habe ihr in kurzen Worten nochmals meine Situation erklärt und ihr auch geschrieben, dass es mir leid tut, ich aber nicht kann. Eventuell schaffe ich es im Juli, wenn sie nicht Urlaub hat. Da kam dann zurück ab 8.7.- 25.7. ist Urlaub und die Woche davor ist auch weitgehend belegt. Hmm, ich kann ihr aber erst nächste Woche sagen, ob ich kann oder nicht. Bis nächste Woche wird dann der Terminkalender voll sein. Also wird es im Juli auch nichts.

Da hat mein Mann dann wieder ein schlechtes Gewissen,

weil er will das ich meine Termine wahrnehmen kann. Hinzu kommt das eine Arbeitskollegin mir schrieb, sie bräuchten kurzfristig meine Schlüssel. Ja kann ich verstehen, aber ist auch wieder eine unnötige Fahrt. Zumal ich nicht in der Lage sein werde, sie dort abgeben zu können. Mit der Post kann ich sie bzw. will ich sie nicht schicken. Was also tun? Müsste ich zu irgendeiner Kollegin fahren und dort in den Postkasten stecken, denn in meiner Nähe wohnt ja keiner. Ich wohne scheinbar am Arsch der Welt 😉. Dadurch habe ich jetzt jeden Tag Angst, dass hier irgendwer vor der Tür steht und die Schlüssel haben will. Ich glaube das zwar nicht, aber die Angst ist da.

Wieso kommt immer alles zusammen?

Es scheint ja überall so zu sein, aber warum ist das so? Mir kommt es auch immer so vor, als würde immer was passieren, wenn es gerade absolut nicht passt. Wie gesagt, irgendwie schaffen wir das. Ich weiß zwar noch nicht genau wie, aber ich werde versuchen mein Bestes zu geben. Denn die Sommerferien stehen ja vor der Tür. Das wir nicht in den Urlaub fahren können, war uns schon klar. Da können wir erst nächstes Jahr drüber nachdenken. Meine Tochter und ich freuen uns aber, auf unsere Mädels-Abende, wenn der Papa arbeiten ist😊. Das hatten wir jetzt ganz lange nicht mehr und muss auch mal wieder sein. Nein, das klingt dem Papa gegenüber nicht böse (auch wenn ich das immer denke), denn er will auch seine Zeit für sich haben.

Wir werden also das Beste daraus machen.

Versuchen zu entspannen, hoffentlich den Pool genießen können, lecker essen und einfach Spaß haben😉. Ich hoffe meine negativen Gedanken, Gefühlsausbrüche und schwankende Stimmungen machen dies mit. An manchen Tagen, mit dem finanziellen Druck gerade, ist es echt nicht einfach. Von jetzt auf gleich habe ich schlechte Laune, bin aggressiv und ärgere mich über die kleinsten Dinge oder stehe einfach nur kurz vorm Heulen. Es ist ein absolutes Gefühlschaos.

Was macht ihr in den Ferien? Wie geht ihr mit finanziellen Sorgen/Nöte um, wenn ihr denn welche habt?

Für mich ist das Leben am Limit, zu gucken wie man klarkommt und der Monat einfach kein Ende, nehmen will.

Schreibt mir, ich freu mich 😘 💓

Bis dann ihr Hübschen…..

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